Freifunk Fulda Artikel

Aus Magrathea Laboratories e.V.
Wechseln zu: Navigation, Suche

Agora Artikel (25.02.2016)

Von Tunneln und Knoten und was sie mit freiem Internet zu tun haben

Das Projekt "Freifunk Fulda" wächst seit zwei Jahren stetig, sowohl an Engagierten wie an aufgestellten Geräten. Was Freifunk ist und wie es genau funktioniert haben wir hier kurz zusammengefasst

Unterwegs vernetzt sein und miteinander kommunizieren, ist für die meisten Menschen in Deutschland selbstverständlich. Doch was passiert, wenn sich die Politik ändert? In einigen Ländern aus denen derzeit viele Flüchtlinge kommen, konnte man das beobachten. Doch auch in Deutschland ist das Vertrauen in ungestörte und unbeobachtete Kommunikation nicht immer selbstverständlich. Der Aufbau eines unabhängigen Netzes zur Kommunikation zwischen Menschen ist daher eine grundlegende Idee, die hinter Freifunk steht. In Fulda gibt es momentan mehr als 130 Freifunk-Standorte, die täglich von 400 bis 500 Menschen genutzt werden. Jeder kann sich mit seinem Notebook oder Handy einfach kostenlos und ohne Passwort zu dem WLAN "fulda.freifunk.net" oder "freifunk.net" verbinden. Benutzerdaten werden dabei nicht abgefragt und es gibt auch sonst keine Beschränkungen.

Die Grundlage von Freifunk bildet ein sogenanntes Mesh-Netzwerk. Dabei verbinden sich Freifunk-Router (auch Knoten genannt) durch Funkkontakt miteinander sobald sie in Reichweite zu einander sind. Diese einzelnen Knoten sollen sich irgendwann zu einem flächendeckenden Netz verknüpfen. Jeder Mensch im Freifunk-Netz kann alle anderen im Netz erreichen und mit ihnen Daten austauschen und kommunizieren. Manche Knoten sind auch mit dem Internet verbunden und alle Menschen im Freifunk-Netz erhalten darüber Zugriff auf das globale Netz.

Den Aufbau des Freifunk Netzes können alle Bürger in Fulda und Umgebung unterstützen indem sie einfach einen Freifunk Router bei sich aufstellen. Besonders für Projekte bei denen Flüchtlingsunterkünfte vernetzt werden, sind die Freifunker allerdings auf Menschen angewiesen, die auch ihren Internetanschluss zur Verfügung stellen. Dabei stellt sich die Frage "Wie oft benutzen wir unseren Internetzugang - oder gerade eben nicht?". In diesem Zusammenhang taucht immer wieder das Schreckgespenst der Störerhaftung auf und damit die Angst vor Strafverfolgung und Abmahnungen. Doch die Freifunker sehen hierbei keine Probleme: bei Straftaten haftet natürlich der verursachende Nutzer und nicht der Betreiber. Hier kommen die Tunnel ins Spiel: Der Freifunk Router baut am Heimnetzwerk vorbei einen Tunnel zu den Freifunk Servern auf. So werden alle, die Freifunk nutzen durch den Tunnel zu den Servern weitergeleitet. Man kann nicht in das Heimnetzwerk einbrechen und man surft mit der IP-Adresse der Freifunk Server und nicht mit der, des Heimnetzwerks. Durch diese Methode kann nicht zurückverfolgt werden über welchen Knoten man sich ins Internet eingewählt hat. Das bedeutet also im Klartext: Es sieht immer so aus als ob der Teilnehmer von Freifunk kommt und der Anschlussinhaber ist geschützt.

Derzeit suchen die Freifunker noch Unterstützung bei der Versorgung der Erstaufnahmeeinrichtung in Eichenzell und anderen Flüchtlingsunterkünften. Wo sich die Freifunk-Standorte befinden, welche aktuell online sind, wie man die Freifunker erreicht und wie man das Projekt unterstützen kann, ist auf der Homepage von Freifunk Fulda zu finden: https://fulda.freifunk.net.